Neben Bilderbuchstränden und unzähligen Sonnenstunden hat Spanien jedoch auch den Ruf, dass Englisch nicht weit verbreitet ist. Ich wohne nun seit längerer Zeit in Spanien und muss das an dieser Stelle leider bestätigen.

Dabei kann man den Spaniern eigentlich keinen Vorwurf machen.

In Deutschland werden die ersten englischen Gehversuche bereits im Kindergarten gemacht. In Spanien dagegen wird die Sprache erst seit wenigen Jahren überhaupt in Schulen unterrichtet.

ANMERKUNG: Wenn du dich ausschließlich in der Hotelanlage aufhälst, wirst du auf keine Verständigungsprobleme stoßen. Die Hotels sind so auf deutsche und englische Touristen eingestellt, dass mitunter sogar deutsche Schlager über die Hotelanlage dröhnen.
Falls dich aber die Lust packt, zu einem Abenteuer durch die Innenstadt aufzubrechen oder in einer Strandbar zu beobachten, wie die Sonne als gleißender Feuerball im Meer versinkt, dann kann es zu Verständingungsproblemen kommen. Schwierigkeiten, die mit auswendig gelernten Sätzen einfach gelöst werden können.

Das kleine 1×1 für den Spanischurlaub

Als ich nach Spanien ausgewandert bin, konnte ich nur bedingt Spanisch. Dachte ich zumindest. Wie sich herausstellte, war es deutlich weniger.

Auch wenn ich die Sprache theoretisch verstanden hätte, machte es die unglaubliche Geschwindigkeit schlicht unmöglich.

Wenn du deinem Gegenüber also unmissverständlich klarmachen möchtest, dass du keine 300 Worte pro Minute verstehst, dann ist „No hablo español.“ – Ich spreche kein Spanisch – die richtige Wahl.

Einkäufe überstehen

Ob Supermärkte, Bekleidungsgeschäfte oder Souvenirshops, beim Einkaufen wird man nur selten angesprochen. Falls doch Hilfe angeboten werden sollte, reicht ein „No gracias.“ – Nein danke.“ – und die Situation ist gelöst.

Einem Szenario musst du dich dann doch stellen. Der Kasse.

Während Bargeld oder mit Karte durch einfaches Zeigen erledigt werden kann, muss zu anfangs eine Frage beantwortet werden. Besonders in Supermärkten ist diese Frage so sicher wie der Reis in der Paella.

„Quiere una bolsa?“ Möchten Sie eine Tüte? Eine kurze und knappe Antwort genügt. „Si, una, dos, tres…“ Wie viele eben benötigt werden. Falls du keine Tüte brauchst, setze auf den Klassiker „No gracias.“

TIPP: Falls kein Preis ausgezeichnet ist und ein Kauf im Sinne von "so teuer wird das schon nicht sein" zu risikoreich scheint, dann kommt die Floskel "Cuanto vale?" ins Spiel.

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Restaurant-Bezwinger werden

Wer in Spanien nicht ausgeht, der verpasst etwas. Der Spanier lebt quasi in Bars und Restaurants. Dementsprechend groß ist auch das Angebot. Auf jeden Einwohner kommen gefühlt 2 Bars.

Aufgrund des Andrangs ist es nicht unüblich, einen Tisch zugewiesen zu kriegen. Sollte das der Fall sein, wird es meist durch ein Schild direkt hinter dem Eingang ausgewiesen.

An dieser Stelle wartet die erste Hürde. Die Anzahl der Personen. „Para dos?“ fragt der Kellner – Für zwei? – „Si.“ Und schon wird man einem Tisch zugewiesen.

Sollten noch weitere Personen folgen, schlicht „Para tres, cuatro, cinco…“ antworten.

ANMERKUNG: Während spanische Restaurants eine "richtige" Karte haben, gilt in Bars das Konzept der Effektivität. Deshalb nicht wundern, falls die "Karte" ein gefaltetes Din A4 Blatt ist. Das Essen ist trotzdem lecker.

Nachdem die Karten ausgeteilt wurden und die Wahl gefallen ist – bei der Auswahl der Gerichte hilft die Übersetzungsapp deines Vertrauens – wird der Kellner mit „Para beber?“ nach den Getränken fragen.

Einfach das gewünschte Getränk nennen und du musst zumindest nicht verdursten.

Wenn auf „Para comer tambien?“ – Möchten Sie auch etwas essen? – mit „Si, para mi…“ und dann den Essenswunsch nennen, geantwortet wird, ist man auch dem Hungertod von der Schippe gesprungen.

Bezahlen kann sich je nach Situation schwieriger gestalten, als gedacht.

In einem Restaurant mit mäßigem Geräuschpegel ist es absolut ausreichend, dem Kellner mit „Perdone, la cuenta por favor.“ zu sagen, dass du gerne bezahlen möchtest. Daraufhin wird die Rechnung gebracht.

Wenn du gerne per Karte bezahlen möchtest, einfach in diesem Moment „Con tarjeta.“ sagen.

Eine spanische Bar hingegen, macht einem ausverkauften Fussballstadion Konkurrenz. Sowohl was die Anzahl der Stühle angeht, als auch die Geräuschkulisse.

Dementsprechend beschäftigt werden auch die Kellner sein. An dieser Stelle bieten sich zwei Möglichkeiten:

Option A) Du wartest bis einer der Kellner in der Nähe ist und wendest denselben Satz wie im Restaurant an.

Option B) Du entdeckst den Kellner in gut 30m Entfernung und rufst gekonnt „Jefe la cuenta!“ Damit stellst du dann auch ohne Zweifel klar, dass du nicht zum ersten Mal in Spanien bist.

ANMERKUNG: Auch wenn Option B hervorragend funktioniert, ist es nicht die feine englische Art. Zum Glück befinden wir uns ja aber in Spanien...

Diese Sätze helfen dir dabei, dich im Urlaub in den meisten Situationen einigermaßen auszudrücken. Zumindest in der Theorie. Denn die Dialekte machen das Leben nicht unbedingt einfacher. In der Not auf altbekannte und mehrfach bewährte Methoden zurückgreifen. Draufzeigen.

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