1492 – ein turbulentes Jahr. Mit der Entdeckung Amerikas erweiterte Christoph Kolumbus den europäischen Horizont. Doch auch auf der iberischen Halbinsel trug sich so manches zu, dass das dortige Leben nachhaltig verändern sollte.

Als Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón am 2. Januar 1492 der Schlüssel zu den Pforten der Alhambra ausgehändigt wurde, markierte diese Übergabe das Ende der über 800-jährigen maurischen Herrschaft.

Bis heute ist der arabische Einfluss in Granada allgegenwärtig.

Neben kunstvoll verzierten Gebäuden und Meisterwerken der Mosaikkunst, wird dieser Einfluss insbesondere durch die kleinen, arabischen Händler, die eine unzählige Vielfalt typischer, meist marrokanischer Produkt anbieten.

Durchbrochen wird die Aneinanderreihung der Läden lediglich durch Teterias, die mit schmackhaften, arabischen Süßigkeiten, aromatischem Tee und orientalischen Wasserpfeifen zum Verschnaufen einladen.

Die Gassen des Albaicin

Wie der Großteil der Stadt gehört auch der Albaicin zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Auf einem der drei Bergrücken erbaut, zählt der älteste Stadtteil Granadas zu den idyllischsten und meist besuchten Orten der ehemaligen, maurischen Hochburg. Die malerischen Gassen lenken den Schritt vorbei an atemberaubenden Ausblicken durch das Viertel der weißen Häuser.

Wenn du die Höhenmeter erst einmal bewältigt hast, die mit einer Erkundung des Albaicin zwingend verbunden sind, wirst du mit einem spektakulären Blick von der Aussichtsplattform San Nicolas belohnt.

Neben einem weitläufigen Panorama der Stadt bietet sich vor allem ein Treffen mit der Alhambra auf Augenhöhe.

Granada wäre nicht Granada, wenn es nicht auch dort einige Bars geben würde. Du kannst dich also bei einem kühlen Getränk und fantastischer Aussicht von den Strapazen erholen.

Die Alhambra – Palast aus 1001 Nacht

Das Wahrzeichen Granadas ist und bleibt die Alhambra. Ein Gebäude von wahrhaft einzigartigem Charakter.

Während der äußere Anblick bereits in Staunen versetzt, so vermögen die Innenräume diesen Eindruck sogar zu überbieten.

Zahllose Wände sind mit Mosaik verziert. Unterschiedlichste Farben ranken sich um facettenreiche Muster. Kachel für Kachel in Handarbeit gefertigt. Jeder Bogen ist mit einem Muster verziert.

Schlicht unglaublich, welchen Aufwand und Sinn für Details die maurischen Könige an den Tag gelegt haben, um die Alhambra wohnlich zu gestalten.

Auch der Palacio de Generalife erstrahlt in einem Farbenmeer. Allerdings nicht aufgrund der Wanddekorationen, sondern dank der meterlangen Blumenbeete.

Der Sommerpalast ist ohnehin ein beeindruckender Anblick. Ein langes Wasserbecken in der Mitte, das von Blumen unterschiedlichster Farben umrahmt ist und von Brunnen mit Wasser gespeist wird.

Umfasst wird die Anlage von dutzenden Pavillons, die ebenfalls mit Pflanzen verziert sind. Definitiv eine Sommerresidenz, in der es sich auch bei den glühend heißen Temperaturen aushalten lässt.

Falls du gerade keinen Sommerpalast zur Hand hast, tun es natürlich auch diese Tipps für den spanischen Sommer.

Natürlich wäre ein Königspalast kein solcher, hätte er nicht auch königliche Ausstattung. Und was könnte besser passen, als der König der Tiere?

Der Fuente de los Leones, zu Deutsch Löwenbrunnen, steht aus Marmor gefertigt im Innenhof der Alhambra. Ein Dutzend Löwen tragen auf ihren Rücken die große Brunnenschale, aus der der Quell des Lebens entspringt.

Die letzte Ruhestätte der katholischen Könige

Auch die Kathedrale ist einen Besuch Wert. Eindrucksvoll thront das Gotteshaus mitten in Granada.

Erst 181 Jahre nach der Grundsteinlegung wurde das Bauwerk für fertiggestellt erklärt. Eine Zeitspanne, in der die Kathedrale zahlreiche Baumeister kommen und gehen sah.

Nicht ohne, dass jeder einzelne dem Bauwerk seine Handschrift aufgezwungen hatte. So kommt es, dass sich sowohl gotische Elemente als auch Charakteristika der Renaissance und des Barock finden lassen.

Die Königskapelle Capilla Real beherbergt die sterblichen Überreste der Katholischen Könige Isabella von Kastilien und ihrem Ehemann Ferdinand II. Das an die Königskapelle anschließende Sakristei-Museum gewährt weitere Einblicke in die Welt der Könige, die Granada der Herrschaft der maurischen Könige entrissen.

Das Leben rund um die Gran Via

Zwischen der Kathedrale und der Gran Via, der großen Straße, die die Innenstadt durchzieht und auf der hervorragend nach Herzenslust geshoppt werden kann, liegen viele schmale Gassen, die immer quicklebendig ein weiteres Sinnbild der arabischen Kultur sind.

Das Sortiment auf dem arabischen Markt reicht von Souvenirs über Kunsthandwerk bis zu Keramikartikeln und Tee. Zwischen den verwinkelten Straßen liegt die Alcaicería, in der die verschiedenen Kultureinflüsse besonders deutlich werden.

Farbenprächtige Muster und Ornamente zieren die Hausmauern, Giebel und Holzfenster vollenden den orientalischen Eindruck. Gusseiserne Laternen und Rundbögen verleihen endgültig das Gefühl, Spanien für die Zeit der Durchquerung verlassen zu haben.

Tapas – Die vielleicht beste Erfindung aller Zeiten

Neben Kultur und Monumenten ist Granada vor allem für seine Tapas berühmt. Und das mit Recht. Zu jedem Getränk wird ein kostenloser Snack serviert, der im Getränkepreis enthalten ist.

Richtig gelesen! Gratis Essen! Du bestellst also drei Getränke und bekommst gleichzeitig ein Abendessen.

Denn Snack ist relativ zu verstehen. Die Größe variiert je nach Tapasbar. Von einer Schale Patatas Bravas über Calamares bis hin zu Fleisch, Pizza und Burger ist alles dabei.

Die Einwohner Granadas lieben ihre Tapas und so kommt gefühlt auf jeden zweiten Granadino eine Tapasbar. Wenn du Granada besucht, darfst du dir das auf keinen Fall entgehen lassen!

Granada mit dem Auto erkunden?

Natürlich kannst du Granada auch mit dem Auto erkunden. Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage, die mit einem klaren nein beantwortet werden muss!

Die Straßen sind teils so eng, dass die Spiegel eingeklappt werden müssen. Außerdem sind einige davon nur für Anwohner freigegeben. Fährst du unwissend trotzdem durch, wartet ein saftiges Bußgeld.

Parkplätze sind so selten wie Gold, wenn auch nicht genau so teuer. Und dann wäre da natürlich noch die Sache mit dem spanischen Fahrstil

Die Sehenswürdigkeiten liegen ohnehin so nah beieinander, dass du alles bequem zu Fuß erkunden kannst. Falls du nicht unbedingt laufen möchtest, empfehle ich das ausgeprägte Taxinetz.

Die Alhambra besitzt einen eigenen Shuttletransfer, der Touristen abholt und nach dem Besuch auch wieder in der Stadt absetzt.