Sevilla – Hauptstadt Andalusiens, Kulturzentrum, Orangenbaum-Hochburg und der Sage nach von dem Held Herakles gegründet.

Damit steht an dieser Stelle bereits eines fest. Sevilla ist definitiv einen Besuch wert!

Nur solltest du dir sehr gut überlegen wann! Denn in den vergangenen Jahren ist das Thermometer im Hochsommer immer näher an die 50 Grad Marke herangerückt.

Und um bei einer solchen Hitze eine Stadtbesichtigung zu überleben, bedarf es ganz spezieller Überlebenstechniken.

Die Betonung liegt auf überleben. Ich habe nicht gesagt, dass du auch nur ein Quäntchen Spaß haben wirst! Im Ernst! Halte dich von Anfang Juni bis Ende September besser von der Stadt fern.

Bei der Beschreibung „Sevilla – die Kirsche Andalusiens“ handelt es sich übrigens nicht um eine Erfindung von mir. Die Andaluces bezeichnen Sevilla tatsächlich als „la guinda“ – die Kirsche. Gemeint ist damit „Sevilla ist das i-Tüpfelchen“.

Natürlich ist diese Beschreibung für Sevilla äußerst schmeichelhaft, obwohl sie eigentlich keinen Sinn macht! Denn die Stadt ist nicht voll von Kirsch-, sondern Orangenbäumen.

Deshalb ist der beste Zeitraum für einen Kulturtrip durch Sevilla auch im Frühling. Dann sind nicht nur die Temperaturen angenehm, sondern die ganze Stadt erstrahlt in einem weißen Meer von Orangenblüten, die die Luft mit ihrem lieblichen Duft erfüllen.

Natürlich sind Orangenbäume nicht das einzige, das Sevilla zu bieten hat. Allen voran steht der Plaza de España.

Plaza de España

Definitiv eines der absoluten Highlights im Andalusien Urlaub.

In Form eines gigantischen Halbkreises umschließt er einen in der Mitte angesiedelten Brunnen, der Wasserfontänen gen Himmel spuckt. Und das Motiv Wasser setzt sich fort.

Einige Meter vor dem gewaltigen Gebäude verläuft ein ebenfalls halbkreisförmiger Wassergraben, der über viele kleine Brücken überquert werden kann. Brücken, die vollständig mit weiß-blauen oder farbenprächtigen Mustern verziert sind und dir bei der Überquerung das Gefühl vermitteln, zu einer königlichen Familie zu gehören.

Und dann stehst du vor ihm. Dem beeindruckendsten Gebäude Sevillas, das dein gesamtes Sichtfeld einnimmt und einfach nur sprachlos macht.

Eine schier unendliche Anzahl an Bögen scheint das gesamte Gebäude zu stützen, das diverse Türme zieren. Kein Wunder, dass der Plaza de España in Star Wars als Kulisse genutzt wurde. Die Macht ist definitiv mit ihm!

Direkt neben dem Plaza de España liegt der Maria Luisa Park. Mit mehr als 34 Hektar Fläche bildet er die grüne Lunge der Stadt. Die Fläche ist dabei umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass der Park künstlich angelegt wurde.

Torre del Oro – Wächter des Guadalquivir

Vor einigen hundert Jahren war Sevilla die bedeutendste Hafenstadt Andalusiens. Dieser Status zog natürlich auch unerwünschte Gäste an, gegen die man sich verteidigen musste.

Und zwar mit dem Torre del Oro!

Von diesem führte ursprünglich eine eiserne Kette zu einem weiteren Turm, der jedoch über den Verlauf der Zeit nicht erhalten geblieben ist.

Sollten sich also feindliche Schiffe nähern, konnte die Kette gespannt werden und so den Feinden die Durchfahrt verwähren.

Noch heute steht der Torre del Oro am Flussufer des Guadalquivir und wacht über den Schiffverkehr.

Alcazar – Das Zuhause des Königs

Der Alcazar stammt aus dem Mittelalter und ist der Königspalast Sevillas. Und er ist neben einer touristischen Attraktion nach wie vor in Verwendung! Jedes Mal, wenn sich die spanische Königsfamilie in Sevilla aufhält, residieren sie in diesem Palast.

Ebenso wie bei vielen anderen spektakulären Monumenten Andalusiens, haben auch hier die Mauren ihre eindeutige Handschrift hinterlassen.

Diese äußerst sich insbesondere in den üppigen, aber fein untergliederten Gärten und den zahlreichen Wasserbecken.

Wie auch die Alhambra in Granada, wurde der Alcazar ursprünglich als Fort angelegt, sodass er von dicken und widerstandsfähigen Mauern umgeben ist.

Atemberaubende Altstadt

Sevilla hat eine der größten Altstäde Europas. Wie sich das für eine spanische Stadt gehört, ist sie voll von kleinen Bars, Cafes, Restaurants und Eisdielen.

Am besten erkundest du die Altstadt, in dem du einfach drauf los läufst und abwartest, wohin dich deine Füße tragen.

Falls du dich verlaufen solltest, ist das kein Problem. Setz dich einfach in eine Bar, erfrisch dich bei einem kalten Getränk und weiter geht es. Außerdem: wer sich verläuft, sieht mehr.

Außerdem befindet sich in der Altstadt die äußerst beeindruckende Kathedrale mit dem 82m hohen Glockenturm La Giralda.

Das komische Brücke-Sonnenschutz-Ding

Und dann wäre da natürlich noch dieses merkwürdige Konstrukt.

Eine Mischung aus Sonnenschutz für alle, die darunter sitzen und gleichzeitig eine Brücke. Denn es ist von einem Gang durchzogen, den Fußgänger nutzen können.

Auch wenn es als eines der Wahrzeichen gilt, finde ich es weder sonderlich sehenswert, noch ansprechend. Für mich ist es vor allem eines: grotesk.