Andalusien zieht Touristen aus aller Welt an. Verständlich, wenn man sich das touristische Aushängeschild einmal näher betrachtet.

Neben endlosen Stränden mit garantiertem Badevergnügen bietet Spaniens südlichste Region ein facettenreiches Angebot aus Kultur und Natur. Eine exzellente Mischung, die jeden Urlauber begeistert und den Kameraspeicher schnell an seine Grenzen bringt.

Doch das ist lediglich eine kurze Zusammenfassung! Es gibt weit mehr Gründe für einen Andalusien Urlaub.

Überzeugt? Gut! Einmal angekommen, solltest du auf jeden Fall den Städten einen Besuch abstatten.

Andalusische Städte – Magische Kultur vergangener Königreiche

Ich selbst habe alle größeren Städte gesehen und kann mich immer noch nicht entscheiden, welche es mir mehr angetan hat. Auch wenn du mit jeder Wahl einen Volltreffer landest, so gilt das nicht auch gleich für den Zeitraum der Besichtigung!

Sevilla und Cordoba liefern sich Jahr ein Jahr aus einen erbitterten Kampf um den Titel „heißeste Stadt Spaniens“, bei dem das Thermometer der 50 Grad Marke nur so entgegenklettert.

Auch Granada sichert sich seinen Platz auf dem Treppchen. Selbst, wenn es mit 46 Grad nur für den dritten Platz reicht.

Kulturelle Entdeckungstouren durch Spaniens südliche Augenweiden solltest du dir deshalb am besten von Anfang September bis Ende Mai vornehmen.

Keinesfalls im Sommer eine Stadtbesichtigung machen! In einem Anflug von Leichtsinn habe ich Cordoba bei 46 Grad besucht. Die Stadt war beeindruckend wie eh und je, ich war beeindruckend fertig mit der Welt.

Falls du dich doch für eine Besichtigung im Sommer entschieden hast, findest du hier wertvolle Tipps für den spanischen Sommer, die die Hitze erträglicher machen!

Das Städte-Erlebnis ist nichtsdestotrotz einzigartig. Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, wurde der Legende nach von dem griechischen Held Herakles gegründet.

Heute ist die Stadt vor allem für den Plaza de España bekannt, der bereits in Star Wars Kulisse stand. Ein weitläufiger, halbkreisförmiger Platz, durchzogen von Wasserkanälen, die über mit Mosaik geschmückte Brücken überquert werden können.

Wenn du den Platz zum ersten Mal erblickst, hälst du ganz automatisch für einige Sekunden sprachlos inne und wirst mit Bewundern und Staunen beschäftigt sein.

Darüber hinaus beherbergt Sevilla die größte Altstadt Spaniens, die sich für einen Spaziergang mit Verschnaufspause in einem der vielen kleinen Cafes anbietet. Game of Thrones Fans sollten den maurischen Palast Alcazar nicht verpassen, der als Drehort diente.

Im Frühling ist Sevilla besonders schön. Denn dann sind sämtliche der zahllosen Orangenbäume über und über mit weißen Blüten bedeckt und erfüllen die ganze Stadt mit ihrem Geruch.

Faszinierende Orte aus längst vergangenen Zeiten finden sich auch in Granada. Wer in Andalusien auf der Suche nach Kultur ist und der Alhambra keinen Besuch abstattet, der hat meiner Meinung nach das Urlaubsziel verfehlt.

Der Palast der maurischen Könige trohnt bis heute über der Stadt. Hoch erhoben auf ihrem Felsen ist die Alhambra eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Europas.

Als Wahl-Granadino habe ich ein besonderes Verhältnis zu Granada und bin sicher nicht unbefangen. Dennoch ist die Alhambra ein Bauwerk, wie ich es auf der Welt kein zweites Mal gesehen habe. Einfach unglaublich. Die Tickets müssen aber unbedingt im Voraus gekauft werden!

Am besten über die offizielle Ticketseite La Alhambra y el Generalife.

Ein besonders guter und imposanter Blick auf die steingewordene Legende bietet sich von der Aussichtsplattform im Albaicin, Granadas ältestem Stadtviertel.

Die kleinen, arabischen Läden und Cafes, die Teterias genannt werden, geben dir endgültig das Gefühl, dass du dich im Orient befindest.

Dabei ist Granada nicht die einzige Stadt, die kolossalen Bauwerken aus längst vergangenen Zeiten ein Zuhause bietet. Auch Cordoba fällt in diese Kategorie.

Das Aushängeschild, die 23.000m² große Mezquita, wäre heute die drittgrößte Moschee der Welt. So beeindruckend ihr Erscheinungsbild auch sein mag, die wahre Faszination wartet im Innern.

Mehr als 800 parallel angeordnete Säulen mit roten und weißen Mustern sorgen für ein ganz besonderes Spiel von Licht und Schatten.

Im Gegensatz zur Alhambra kann die Mezquita besucht werden, ohne das Ticket im Voraus kaufen zu müssen.

Cordoba kann darüber hinaus auch die Einflüsse anderer Kulturen sein Eigen nennen. Neben den unzähligen Palästen altvorderer Könige, beeindruckt auch die gigantische Römische Brücke, die ebenfalls ihren Platz als Drehort in Game of Thrones fand.

Natur pur – Naturschutzgebiete, Berge und Olivenbäume

Das Landschaftsbild Andalusiens ist durch tausende und abertausende Olivenbäume geprägt. Doch Andalusien kann auch anders.

Der Kontrast des Nationalparks Coto de Doñana könnte größer nicht sein. Der Anblick lässt dich glatt vergessen, in welchem Land du dich gerade befindest.

Gigantische Wasserflächen, saftiges Gras, farbenprächtige Blumen in voller Blüte und majestätische Bäume so weit das Auge reicht.

Auch die Tierwelt kann locker mithalten. Zugvögel überwintern in rauen Scharen in dem Naturschutzgebiet. Außerdem ist es eines der letzten Rückzugsgebiete des Pardelluchses. Dieser muss sich sein Zuhause allerdings mit Hirschen, Wildschweinen, Adlern und wilden Pferden teilen.

Doñana ist ein einzigartiges Naturschauspiel. Der Park kann jedoch nicht auf eigene Faust erkundet werden, sondern nur mit geführten Touren.

Falls du anstelle flacher Ebenen lieber hoch hinaus willst, empfehle ich dir die Sierra Nevada. Das höchste Gebirge der iberischen Halbinsel lässt das Herz eines jeden Wanderers höherschlagen und es ist sogar möglich, dort Wintersport zu betreiben.

Besonders beeindruckend ist die Sierra Nevada, wenn die schneebedeckten Gipfel im Sonnenschein am Horizont funkeln.

Eine Wanderung über Stock und Stein durch unberührte Natur befreit den Kopf. Anschließend in einem der vielen Dörfer mit guter Hausmannkost stärken und die handwerklichen Arbeiten bestaunen. Von Teppichen über Schmuck bis hin zu Schokolade wird alles auf traditionelle Weise gefertigt.

Auch die Sierra Cazorla bietet idyllischste Wanderrouten vor beeindruckender Szenerie. Sie ist der größte Naturpark Andalusiens, der insbesondere für ausgedehnte Waldflächen bekannt ist.

Selbst die spanische Flotte vertraute in der Vergangenheit auf das Qualitätsholz aus der Sierra Cazorla.

Bilderbuchstrände – Sand soweit das Auge reicht

Selbst wenn der Hauptfokus deines Urlaubs nicht auf Baden liegt, solltest du dennoch wenigstens ein einziges Mal den Strand besuchen.

Falls es daran scheitert, dass ein einfaches Sonnenbad nicht genug Unterhaltung bietet; kein Problem. Ob Kayak, Jetski, schnorcheln, tauchen oder diverse Bootstouren, das Angebot ist unbegrenzt und in allen größeren Küstenstädten zu finden.

Ich empfehle so viel wie möglich auszuprobieren, denn das sind unvergessliche Erinnerungen!

Wenn du gerne auf Erkundungstour gehst, alle Formen der Planken aber lieber meidest, dann kommst du in Cabo de Gato auf deine Kosten.

Das Naturschutzgebiet bietet mehr als 40 verschiedene Strände, von denen die meisten versteckt liegen, sehr spärlich bis überhaupt nicht ausgeschildert sind und nur bedingt mit dem Auto erreicht werden können.

Zwar wird oft eine Fläche angeboten, auf der man das Auto abstellen kann – das Wort Parkplatz wird an dieser Stelle bewusst vermieden – allerdings müssen die letzten Meter zu Fuß bewältigt werden.

Wenn du auf eigene Faust mit dem Auto unterwegs bist, solltest du dich unbedingt auf den spanischen Fahrstil gefasst machen!

Tipp: Am Wochenende den Rucksack mit Essen und Trinken packen und in Cabo de Gata von Strand zu Strand ziehen. Baden, wandern und entspannen in atemberaubender Kulisse.

Zwar ist auch Malaga bei Touristen aus aller Welt sehr beliebt, jedoch liegt genau da das Problem. Die Strände sind zweifelsohne sehr schön, insbesondere während der Hochsaison aber äußerst gut besucht.

Deshalb würde ich Malaga im Hochsommer nur bedingt empfehlen. Wen dich das nicht stört, dann verbringst du dort definitiv eine tolle Zeit!

Cadiz dagegen ist ebenfalls eine vorzügliche Adresse für makellose Strände und bislang weniger im Fokus der Touristen.

Innerlandes trägt die Stadt den Spitznamen „spanisches Kuba“ und die mehrere zehn Meter hohen Sanddünen sind einfach nur atemberaubend.

Cadiz Strände schaffen es in weltweiten Rankings regelmäßig in die Top 10. Nur unbedingt vorher über den Wind informieren! Denn Cadiz ist auch ein Kitesurf Paradies.

Weiter Richtung Westen, zwischen Cadiz und Portugal, liegt die Provinz Huelva, die die traumhaften Strände nahtlos fortsetzt.