Hernán Cortés Heimat und das Land der Oliven ist über seine Grenzen hinaus für Temperaturen jenseits der 40 Grad sowie endlose Sandstrände bekannt.

Diese Beschreibung trifft für Madrid, den Süden und insbesondere Andalusien zweifelsohne zu, doch weiter nördlich zeigt sich España von einer anderen Seite.

In diesen Regionen sind Temperaturen von 40 bis 50 Grad im Sommer absolut normal. Doch im Norden klettert das Thermometer nicht höher als 30 Grad.

Auch die Landschaft könnte nicht unterschiedlicher sein. Im Süden bietet jeder Zentimeter einem Olivenbaum Platz und die gelbe, trockene und sandige Landschaft erinnert an eine Wüste.

Der Norden hingegen strotzt vor Bäumen, saftigen Wiesen und bunten Blumenfeldern.

Dank dieser Vielfalt und dem facettenreichen Angebot hat sich Spanien in den letzten Jahren mehr denn je zu einem Touristenmagnet entwickelt.

Wenn du also nicht auch wie einer von Millionen Reisenden aussehen willst, dann empfehle ich dir diese Undercover-Touristen-Tipps.

Faszinierende Städte so weit das Auge reicht

Die Bandbreite an sehenswerten Städten ist gewaltig. Je nach Lage und Vergangenheit bieten sie vollkommen unterschiedliche Möglichkeiten des Zeitvertreibs.

Ob Kultur, traumhafte Sandstrände oder Action, in Spaniens schönsten Städten ist alles geboten.

Stadtbesichtigungen sind im Norden Spaniens ganzjährig möglich. Im Rest des Landes machen Kulturtrips im Sommer nicht wirklich Spaß. Da solltest du besser zwischen Oktober und Mai losziehen.

Im Sommer ist vor allem Badespaß angesagt! Alicante, Cadiz, Malaga und Valencia bieten dafür dutzende und aberdutzende Sandstrände, die kein Ende zu nehmen scheinen.

Auch wenn die Anzahl der Sonnenstunden im Norden geringer ausfällt, so können die Strände doch mit ihren südlichen Kollegen ohne Weiteres mithalten. Insbesondere Bilbao und Santander sind einen Abstecher wert. Neben ausgedehnten Spaziergängen kannst du hier ausgezeichnet surfen.

Bilbao beheimatet darüber hinaus das bekannte Guggenheimmuseum, dessen Pendant in New York City steht.

Kulturelle Attraktionen und Wahrzeichen finden sich ebenso in Granada, Salamanca und Zaragoza.

Granada beherbergt als ehemalige, letzte Hochburg der arabischen Kalifen mit der Alhambra eine der bekanntesten und meist besuchten Sehenswürdigkeiten Spaniens. Beinahe ebenso ruhmreich ist die Mezquita in Cordoba, die heute dir drittgrößte Moschee der Welt wäre.

Zaragoza hingegen kann die Basilica del Pilar sein Eigen nennen und Salamanca ist Heimat der ältesten, bestehenden Universität des Landes.

Selbstverständlich sind auch die beiden weltoffenen Metropolen Madrid und Barcelona immer eine gute Wahl.

Im Umfeld Madrids liegt Toledo, eine Stadt, die ein architektonisches Gesamtkunstwerk für sich ist und den Titel als eine der drei historischen Metropolen Spaniens trägt.

Kultstatus hat auch die Stadt Pamplona erreicht, die ihren Ruhm den Sanfermines und insbesondere dem berüchtigten Stierlauf verdankt.

Natürlich darf die Pilgerstädte Santiago de Compostela, die das Ende des Jakobswegs einläutet, in dieser Auflistung nicht fehlen. Die Stadt ist jährlich das Ziel vieler Reisender auf der Suche nach sich selbst.

Die sagenumwobenste und geheimnisvollste Gründungsgeschichte bietet jedoch Sevilla. Legenden zufolge hat der griechische Held Herakles die Stadt errichtet.

Die spanische Küche – Möglichst spät und möglichst lange

Das liebste Urlaubsland der Deutschen lässt sich essenstechnisch nur schwer in eine Kategorie einordnen.

Die „wilde Vergangenheit“ Spaniens hat seine kulinarischen Spuren hinterlassen. Durch den Einfluss verschiedenster Kulturen in den einzelnen Provinzen, haben sich über Jahrhunderte hinweg regionale Küchen entwickelt, die ihre ganz eigenen Besonderheiten aufweisen.

Ich bin zwar noch nicht durch alle Gerichte durch, aber meine bisherigen Erfahrungen waren durchweg lecker. Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, Spanien auch kulinarisch zu erkunden!

Doch auch wenn die Gerichte noch so facettenreich sind, allen liegen ähnliche Zutaten zugrunde.

Die Basis nahezu aller Gerichte bildet Olivenöl und Knoblauch, gerne auch in rauen Mengen. Denn auch in Spanien gilt „viel hilft viel“.

Als Hauptspeise findet oft Fleisch, diverse Fischarten oder Meeresfrüchte den Weg auf den Teller. Aber auch Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen sind sehr beliebt.

Bei einigen Aspekten sind sich jedoch alle Spanier einig.

Zu jedem Essen gehört eine Stange Weißbrot, Jamon (spanischer Schinken) ist Trumpf, das Abendessen findet prnzipiell nie vor 9 Uhr statt, dauert mitunter 2 Stunden und ersetzt auch Mal das Abendprogramm.

Mediterrane Kost ist leicht bekömmlich und deshalb kann auch spät noch sehr viel gegessen werden, ohne auf die Nachtruhe verzichten zu müssen.

Im Laufe der Jahre hat sich Paella zwar den Titel des Nationalgerichts erworben, doch die Reispfanne wird typischerweise nur an der Ostküste vertilgt. Das heimliche und eigentlich wahre Nationalgericht, das landesweit auf den Tisch kommt, ist der Tortilla de patata.

Party in Spanien – auf Tour von 9 bis 9

Ausgehen ist in Spanien das Nationalhobby. Die Städte sind voll von Bars, Kneipen und Clubs.

Anstatt nach einem langen Arbeitstag deprimiert vor dem Fernseher abzustumpfen, trifft man sich mit Freunden auf ein Getränk, um wenigstens die Freizeit gebührend zu verbringen. Die spanische Mentalität unterscheidet sich in diesem Aspekt enorm von der deutschen.

Das ist unter anderem einer der Gründe, warum ich nach Spanien ausgewandert bin.

3 oder 4 Barbesuche pro Woche gehören fest zur Alltagsroutine. Die niedrigen Preise für Essen und Trinken sind der Sache sehr förderlich.

Wenn du dich nicht gleich als Tourist zu erkennen geben willst, dann solltest du auf keinen Fall vor 21 Uhr aufbrechen.

Wenn du dann aber gegen 21.30 Uhr in einem Restaurant sitzt, wirst du feststellen, dass große und üppige Portionen unüblich sind. Viel lieber werden kleine oder mittlere Portionen bestellt, bis der Tisch keinen Platz mehr bietet.

Teilen und wildes Durchprobieren quer über den Tisch sind fester Bestandteil des Ausgehens. Eine gute Idee, denn so kann viel mehr probiert werden.

Der eigentliche Favorit jedoch sind Tapas.

Kleine Portionen oft lokaler Spezialitäten, die mit dem Getränk serviert werden. Vor allem im Süden des Landes sind diese oft im Preis des Getränks mitinbegriffen und mit jedem weiteren Getränk wird auch eine weitere Portion serviert.

Tapas sind die vielleicht beste kulinarische Erfindung aller Zeiten. Denn du kannst dich durch die halbe Karte durchprobieren, ohne auch nur einen Cent für das Essen bezahlen zu müssen.

Nach der Stärkung führt die nächtliche Feierroute direkt zu den Türen eines Pubs. So nennen die Spanier eine Mischung aus Bar und Club, in der die Zeit bis Mitternacht verbracht und die Stimmung angeheizt wird.

Nicht, dass sie ohnehin schon ausgelassen wäre.

Diese Vorbereitung auf die eigentlichen Clubs ist aber durchaus verständlich, wenn man bedenkt, dass sie nicht vor 0 Uhr ihre Pforten öffnen und erst gegen 2 Uhr richtig gut besucht sind.

Dann bleiben ja aber nur noch 3 Stunden bis der Club schließt?! Nicht ganz! Zwar schließen die meisten deutschen Clubs um 5 Uhr ihre Pforten, in España ist das jedoch nicht vor 7 oder 8 Uhr morgens der Fall.

Um die langen und ausgiebigen Stunden des Tanzens aufzufangen, gehört ein anschließender Café-Besuche mit ausgedehntem Frühstück zu jeder Partynacht.